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Erfahrungen mit unixshell# hosting

Für meine private Homepage suchte ich Dezember 2005 einen Provider von virtuellen Servern, der meinen (etwas speziellen Wünschen) entsprechen sollte:

Besonders die Abschottung gegen andere Benutzer war mir wichtig, deshalb habe ich speziell nach Xen-Hostern Ausschau gehalten, und bin bei unixshell# fündig geworden: 6 GB Harddisk, 64 MB RAM, 64 Units CPU (was auch immer das sei), 1 IP Adresse, einem gut besuchten Userforum (mit einem rührigen Admin) und wenig schlechter Kritik im Web zu $14.99 pro Monat mit Kündigungsfrist von einem Monat. Der niedrige Preis wird durch das Nicht-Vorhandensein von technischem Support gerechtfertigt.

Das Paradies (Dezember 2005 - März 2006)

Genau das, was ich gesucht habe; freudig beantragte ich im Dezember 2005 einen Account, und in wenigen Tagen wurde die Maschine bereitgestellt. Das Web-Benutzerpanel is einfach aber funktionell und beschränkt sich auf die Funktionen zum hoch- und runterfahren der virtuellen Maschine, Snapshots zu erstellen und ein neuen Betriebssystem-Image aufspielen.

Die Maschine (VM17) war fühlte sich schnell an, die Netzverbindung war gut und ich voll zufrieden. Manchmal gab es Aussetzer, die aber nicht dem Hoster zuzuschreiben sind. Im Jänner, im Zuge des bevorstehenden Umstiegs auf Xen 3.0, wurde ein Upgrade aller User von 50% zum gleichen Preis angekündigt: von nun an verfügte meine Maschine über 96 MB RAM. Nicht schlecht!

Das Fegefeuer (April 2006 - August 2006)

Bedingt durch den Umstieg auf Xen 3.0 mehrten sich die Probleme. Benutzer meldeten Systemcrashes, welche unter Umständen Datenverlust nach sich zogen, des öfteren waren die verschiedenen Maschinen nicht mehr übers Internet erreichbar und zeitweise (meistens nur für Stunden oder weinige Tage) war der Zugriff auf die Maschinen quälend langsam.

Das Anschwellen an Häufigkeit und Intensität der Kundenproteste im Forum und der Tatsache, dass man die Technischen Probleme mit Xen offensichtlich nicht im Griff hatte, veranlasste den Betreiber, allen Kunden ein kostenlosen Umstieg auf die Schwesterfirma Tektonic anzubieten. Unixshell# nahm keine neuen Kunden mehr an und konzentrierte sich darauf, den Schaden einzugrenzen.

Die Hölle (September 2006 - Oktober 2006)

Irgendwann wurde mein Account kostenlos auf 128 MB erweitert. Ein netter Zug, nur half mir das wenig, denn meine Maschine wurde dauerhaft langsam. Und zwar nicht aufgrund von mangelndem Ram, sondern Disk-I/O Zeiten waren erschreckend hoch. Durch das öffnen einer Datei schnellte der iowait-Wert von 1% auf 45% hoch; statische HTML-Seiten wurden mit 3-4 Sekunden Verzögerung ausgeliefert.

Der ursprünglich sehr hilfreiche Betreiber der Firma war immer seltener im Forum anzutreffen, und einige Kunden waren sehr aufgebracht über erheblich langsame Antwortzeiten auf Support-Tickets. Irgendwann wurde es ruhig im Forum. Erzürnte User wanderten entweder nach Tektonic oder zu anderen Providern ab.

Ernüchtend die Tatsache, dass im September ein kaputter RAID-Controller die Daten einer gesamten Virtuellen Maschine unbrauch machte—trotz Daten-Spiegelung. (Gerechterweise muss man sagen, dass der Betreiber von unixshell# alles zur Rettung der Daten unternommen hat.) Zum Glück gibt es da die Snapshots, mag sich mancher denken; dumm nur, dass Snapshots auf der gleichen Festplatte gespeichert sind.

Zurück in der Normalität? (November 2006 - heute (Jänner 2007))

Vorläufiges Fazit: ich bin wieder zufrieden mit den Leistungen von unixshell#. Ich hoffe, die Probleme sind nur auf den voreiligen Umstieg auf Xen 3.0 zurückzuführen; man scheint die Probleme mittlerweile besser im Griff zu haben.

Meine private Homepage werde ich weiterhin bei diesem Hoster betreiben. Das Preis/Leistungsverhältnis ist für mich wieder gut—ich denke, ich bekomme einen zufriedenstellenden Gegenwert für meine $15/Monat.

Und ja, ich mache wöchentliche Backups.

Updates

Update 30 Jänner 2007

Unixshell nimmt sich jetzt (endlich!) auch des Problems an, die hohe I/O Latenzzeit zu senken. Sollte sie damit Erfolg haben, bin ich wieder ein zufriedener Kunde.

Update Frühjahr 2007

Unixshell bietet eine freie Migration nach Tektonic an. Ich habe diese Angebit angenommen aber hekomme eine Antwort dass die Migration afgrund mangelnder Hardware auf unbestimmte Zeit verschoben wird.

Update 10 Oktober 2007

Ich habe Tektonic bezüglich einer manuellen Migration angeschrieben. Die Antwort darauf war positiv und es stand einem Umzug nichts mehr im Wege, aber einen Tag bevor ich den Umzug in die Wege leiten wollte bin ich auf einen Beitrag im Unixshell forum gestossen wo User sich über Spamming im Unixshell Netzwerk beschweren. Leider folgte keine Stellungnahme geschweige eine korrektive Aktion seitens Unixshell. Deshalb habe ich eine Account bei Linode eröffnet. Obwohl ich bei Unixshell zufrieden war, will ich mein Geld nicht einem Provider geben der Spammer unterstützt.